Datenschutzerklärung direkt am Kontaktformular notwendig

Der Wahn des Datenschutzes nimmt weiter zu. Während einige Bedenken durchaus gerechtfertigt sind, führt dies wohl auch in Zukunft zu überraschenden Gerichtsentscheidungen, die, egal wie man über das Thema denken mag, Seitenbetreiber zum Handeln zwingen werden, außer man will absichtlich in die Abmahnfalle tapsen.

Während sich langsam herumgesprochen haben dürfte, dass auf einer Internetseite eine Datenschutzerklärung notwendig ist und diese auch detaillierte und vor allem vollständige Informationen zur Art und Weise der Datensammlung, Datenspeicherung und Datenverarbeitung enthalten sollte, war vielen bislang wohl nicht klar, dass es auch hier weiterhin auf die Details ankommt. So soll es nach einer Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichtes (Az. 3 U 26/12) nicht reichen, wenn nur irgendwo auf einer Webseite eine Datenschutzerklärung auffindbar ist. Vielmehr müssen diese sich genau an der Stelle befinden, an der die Daten gesammelt werden. Also, schnell ein Link vom Kontaktformular auf die eigene Datenschutzerklärung gesetzt.

Auch wenn das Urteil bereits von 2012 ist, so behält es weiterhin Aktualität, denn mir ist noch kein Urteil des Bundesgerichtshof bekannt, welches gegenteilige Aussagen getroffen hat. Die Abmahngefahr ist also gegeben. Mit einigen wenigen Handgriffen macht man Abmahnern und Abmahnanwälten, die anscheinend wirklich denken, dass eine solche Datenschutzerklärung beim Konkurrenten ihr eigenes Geschäft steigern würde bzw. eine Wettbewerbsverzerrung sei, jedoch das Leben schwerer. Auf diese Weise kann man die aktuelle Situation mit der stets konkreten Abmahngefahr beim Betrieb von Internetseiten auch sportlich sehen, denn wie sagte letztens ein Mandant zu mir:

„Einen Konkurrenten, der mich sinnlos abmahnt, den mag ich, denn ab diesem Zeitpunkt weiß ich, dass ich ihm im fairen Wettbewerb überlegen bin und er erste Anzeichen von Verzweifelung offenbart.“

 

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