Resident Evil 4 nicht mehr indiziert!

Eines meiner großen Beratungsthemen rund um Computerspiele ist natürlich, vor allem in Deutschland, immer wieder der Jugendschutz. Vor allem die Regelungen aus dem Jugendschutzgesetz, die damit verbundenen Prüfungen und die Problemstellungen rund um § 5 JMStV (Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote) spielen immer wieder eine Rolle. Viel könnte man zu dem Thema schreiben, viel dazu findet man auch im Archiv und viel habe ich dazu schon geschrieben, sogar vor meiner Zeit als Rechtsanwalt (siehe Zur Frage der Verfassungsgemäßheit eines bundesgesetzlichen Verbotes u.a. der Herstellung, Einfuhr, des Verkaufes und der Vermietung von gewaltverherrlichenden Computerspielen („Killerspiele“) im Wege der Schaffung eines § 131a StGB).

Jugendschutz ändert sich jedoch auch über die Jahre, Eindrücke, visuelle Erfahrungen am Bildschirm werden anders empfunden. Vor etwas mehr als 10 Jahren, im Januar 2005, erscheint Resident Evil 4 bei Capcom in Deutschland und wurde damals als so böse und für unsere armen Kinder schädigend empfunden, dass es indiziert wurde. Ein Umstand, der heutzutage, aufgrund anderer Rechtslagen zum Glück nicht mehr so einfach passieren würden.  Heute jedoch hat die  Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien das Spiel vom Index genommen und somit können laut Capcom auch die Nachfolger in Deutschland komplett ungeschnitten erscheinen. Sie werden sich dem Votum der USK unterwerfen und  zukünftig die Alterskennzeichnung „USK ab 18“ tragen. Damit jedoch, mit den gebotenen Einschränkungen, im Handel verkauft werden können.

Der Umstand ist natürlich, von der Frage abgesehen, ob eine Indizierung überhaupt jemals sinnvoll war, sehr erfreulich. So zeigt die Entscheidung doch, dass die neue Rechtslage funktioniert und somit für Unternehmen in Deutschland besser planbar ist. Ein Fortschritt!

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