Nachvergütungsanspruch für Fotografen

Gerade erst habe ich über ein Urteil des OLG Celle zum Thema Nachvergütung hier berichtet, da folgt ein Urteil des OLG Hamm, das in eine ähnliche Kerbe schlägt. Nach diesem Urteil ist eine Vergütung von 10,00 Euro für ein in einer Tageszeitung verwendetes Bild eines Pressefotografen nicht angemessen.

Bei einer derartig niedrigen Vergütung sei ein Nachvergütungsanspruch in bis zu der Höhe der „Gemeinsamen Vergütungsregeln zu Bildhonoraren für freie hauptberufliche Journalisten und Journalistinnen“ zu berechnen. Dies gelte auch, obwohl diese Honorare erst 2013 aufgestellt wurden.

Auch Verleger von Onlinepublikationen dürften auf dasselbe Problem treffen. Wer seine Autoren und Grafiker nicht angemessen entlohnt, kann mit teils massiven Nachforderungen konfrontiert werden. Zu diesen würden noch Zinsen und Kosten von möglichen Rechtsstreitigkeiten hinzukommen. Besonders problematisch dürfte dies auch für Verleger sein, die YouTube-Kanäle betreuen bzw. veröffentlichen. Auch hier dürfte, nach nun zwei OLG Entscheidung, klar sein, dass für (Mit)-Urheber von Inhalten, die auf solchen Kanälen veröffentlicht werden, und seien es Kameraleute, Darsteller, Skripter, Cutter oder ähnliche Beteiligte , mindestens die angemessene Vergütung geschuldet ist, die auch mit vertraglichen Vereinbarungen wohl nicht unterschritten werden kann.

Die angemessene Beteiligung kann auch im Zweifel höher sein, als man als Verleger erwartet. Im hier entschiedenen Fall musste die Beklagte für drei Jahr und ca. 3000 Bilder fast 80,000 Euro Honorar nachzahlen. Am besten gilt somit: Gleich ordentliche Verträge bzw. Honorare vereinbaren.

 

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