Debcon: Wenn es nicht so lächerlich wäre, dann…

…würde ich gerade schallend aus meinem Bürostuhl fallen. Wie viele Kollegen aus dem IT-Bereich betreue ich auch zahlreiche Filesharing-Mandanten. Wir sind durch Höhen und Tiefen von ständig abweichender und sich ändernder Rechtsprechung gegangen und auch nach vielen, vielen Jahren habe ich noch nicht wirklich verstanden, wie das System „Filesharingabmahnungen“ funktioniert. Das gilt auch und vor allem bezüglich den bekannten U+C Rechtsanwälten, die inzwischen ja, nennen wir es einmal so, ihre Karriere beendet haben. Weiterhin schlagen bei uns von allen vertretenen Mandanten jedoch Fax der unsäglichen Debcon auf, von denen ich in Vergangenheit ja schon genug berichtet habe.

Die Ursprungsforderung, weil alles so sehr schlimm ist, war 650,00 Euro. Zwischendurch wankte Debcon ein wenig und teilte irgendwelche wilden Vergleichssummen im Bereich 200-300 Euro mit, immer schön mit Centbeträgen etc. Schon seit einigen Jahren antworten wir überhaupt nicht mehr. Der guten Ordnung halber schicken wir allen Mandanten nur immer die Faxe elektronisch zu. Bei Debcon ist die Rechtslage natürlich absolut klar, eine Klage hätte vollen Erfolg, auch noch in 10 Jahren. Alles wäre abgesichert, alles würde viel schlimmer für den Mandanten kommen, wenn er nicht endlich bezahlen würde.

Nur zu Sicherheit, also um dem Mandanten entgegen zu kommen, habe man nun noch einmal die Vergleichssumme gesenkt. Man würde auf weitere 224,82 Euro verzichten und nun noch 25,18 Euro fordern. Die würde man jetzt aber wirklich endgültig Einklagen, wenn nicht endlich, nach den 25+ Faxen, gezahlt werden würde.

Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Ich brauche einen Kaffee. Ich fürchte nur, der ist aufgrund meines Lachkrampfes nicht so einfach zu trinken.

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