Tag des Computerspieles, was sind die Trends?

Gestern war der Tag des Computerspieles und als Rechtsanwalt, der sich unter anderem auf das Thema IT-Recht und Computerspiele spezialisiert hat, wurde dieser natürlich besonders geehrt. Die Trends haben sich allerdings verändert, auch in der Praxis der Rechtsberatung. Die Themen sind andere geworden, die Problemstellungen komplexer und Gericht in Deutschland haben sich wieder einmal kaum mit der Problematik beschäftigt.

Immer mehr Anfragen erreichen mich beispielsweise zum Thema rund um das sogenannte ESport also das professionelle Computerspielen. Hier haben sich viele neue Geschäftsfelder, aber auch neue Probleme aufgetan. So finanzieren sich beispielsweise die meisten „Youtuber“ mit Werbung. Vielen reicht dabei jedoch oft nicht die Standardwerbung in der Videobeschreibung oder als Einblendung. Die meisten Youtuber mit einer gewissen Reichweite erhalten zahlreiche Angebote die Produkte bestimmter Firmen besonders hervorzuheben. Auf eben solche Vermarktung haben sich inzwischen eine ganze Reihe von Agenturen spezialisiert, sich selbst Influencer-Agenturen nennen.  Die Problem rund um diese Art von Vermarktung und gewerblichen Handeln sind vielfältig und oft verkannt. Sie beginnen bei Standardprobleme wie das Impressumsrecht und Ende bei Problemen wie Schleichwertung, Wettbewerbsrecht und Markenrecht. Regelmäßig kommen auch Probleme des Urheberrechts vor, denn das deutsche Urheberrecht kennt z.B. kein „Fair Use“, wenn ein Spiel abgefilmt und auf Youtube eingestellt wird und dass der Publisher des Spieles dies mag.

Auch die Frage des gewerblichen Handelns bei der Nutzung von Spielen im Rahmen von Esport Turnieren dürfte in Zukunft regelmäßiger als ein Problemfall auftauchen. Ein Teilbereich dieser Fragestellung könnte jedoch am 6. Oktober in einem von mir betreuen Verfahren am Bundesgerichtshof geklärt werden. Es gibt aber hier zahlreiche Varianten, die vor allem dann Probleme machen, wenn Spielepublisher und Nutzer sich nicht einigen können. Letzteres ist, meiner Erfahrung nach, oft dann er Fall, wenn jemand anfängt mit Dingen signifikant Geld zu verdienen, was im Bereich ESport immer mehr der Fall wird.

Der dritte Problemkreis dreht sich rund um die Teams im Esport. Nicht nur, dass inzwischen bekannten Fußballmannschaften ESport-Teams gegründet bzw. aufgekauft haben, immer mehr Teams drängen in die Professionalität und werden dabei von Fragen begleitet, die bei der Unternehmensgründung, Steuer und Gewerbeamt beginnen und bei rechtssicheren Verträgen für die Spielen oder mit den Sponsoren enden. Hier sind sich leider viele Teams noch nicht bewusst, dass das rechtzeitig Einschalten von professionellem Rat oft später eine Menge Kopfschmerzen ersparen kann. Für entsprechende Anfragen stehe ich immer zunächst kostenfrei zur Seite und zusammen kann man herausfinden, ob wirklich Bedarf für einen Rechtsanwalt besteht.

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