Pfänden eines Paypal Kontos

Theoretisch ist es machbar. Theoretisch lässt sich ein PayPal-Konto fänden, denn aufgrund des Status von PayPal als Bank, wenn auch in Luxemburg, können diese ganz regulär als Drittschuldner herhalten. Die größte Problematik ist zwar das Auslandsthema, denn – trotz Europa – ist ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss aus Deutschland nicht für das Ausland bindend. Ich kenne jedoch Fälle, in denen es unproblematisch von statten ging. In einem aktuellen Mandat ist dies relevant und dringend, denn der Schuldner sitzt ebenfalls im europäischen Ausland und hat in Deutschland ein Versäumnisurteil gegen sich ergehen lassen, da er seine deutschen Anwälte anscheinend nicht bezahlt hat.

Es bleibt daher abzuwarten, ob der Mandant in Deutschland erst noch ein Anerkenntnisverfahren nach der EU-Verordnung 44/2001 durchlaufen muss oder ob PayPal sich auch wirklich unproblematisch als Drittschuldner erklärt. Rein theoretisch ist im Falle eines Versäumnisurteils auch ein europäischer Vollstreckungstitel nach der EU-Verordnung 805/2004 möglich. Ist sich das Vollstreckungsgericht dessen bewusst, können wir uns das Anerkenntnisverfahren sparen.

Es bleibt daher auch spannend, ob PayPal zunächst das Konto einfriert, so dass der Schuldner seine Guthaben erst einmal nicht transferieren kann. Auch dies wurde schon praktiziert und verhindert, dass der Schuldner die dort vermutlich noch geparkte größere Summe an Geldern wo anders versteckt. Schnelligkeit ist, wie in jedem Zwangsvollstreckungsverfahren von hoher Bedeutung.